40 Jahre Spezial Tourenwagen Trophy

02.04.2026 · 

Beim Bergischen Löwen in Zolder war es endlich so weit. Vor 40 Jahren gab die Spezial Tourenwagen Trophy ihre Debütvorstellung in der Motorsportlandschaft. In Hockenheim startet die Rennserie Anfang Mai in die 41. Saison.

Als die Spezial Tourenwagen Trophy im Jahr 1986 aus der Taufe gehoben wurde, war keineswegs absehbar, dass die Serie auch heute noch existieren würde. Im Automobilsport war es eine Zeit des Umbruchs. Statt Gruppe 2, Gruppe 5 hieß es nun Gruppe A oder Gruppe C. Damit waren die beliebten Gruppe 2 und Gruppe 5 Fahrzeuge plötzlich heimatlos geworden. Porsche 935, BMW M1, Ford Escort oder NSU TT – sie alle waren nicht mehr „offiziell“ zum Rennsport zugelassen. Mit der Schaffung der Gruppe H hatte die ONS etwas Abhilfe geschaffen. Im damaligen Valvoline Sprintpokal hatten wenigstens einige ein neues Betätigungsfeld gefunden. Doch immer nur auf dem Nürburgring zu fahren, war schwer eintönig. Viele weitere Autos verschwanden in dunklen Garagen oder Hinterhöfen. Ende 1985 setzten sich daher einige Enthusiasten zusammen und legten den Grundstein für die spätere Spezial Tourenwagen Trophy.

 
Die Skepsis war zunächst groß, ob die Idee, den alten Gruppe 2 oder Gruppe 5 Fahrzeugen eine Heimat zu bieten, einschlagen würde. „Schrott wird flott“ hieß es damals sinngemäß nach einem für Kinder ausgeschriebenen Wettbewerb. Aller Unkerei zum Trotz standen beim ersten Rennen in Zolder im Rahmenprogramm der DTM über 50 Fahrzeuge in der Startaufstellung. Viele Teilnehmer waren noch aus der Deutschen Automobilen Rundstreckentrophäe, dem Unterbau der legendären Deutschen Rennsportmeisterschaft, bekannt. In drei Hubraumklassen kämpften BMW M1, Porsche 935, BMW 320 oder Simca Rallye 3 um Punkte und Pokale. Karl Hermes (VW Polo), Rainer Teitscheid (Ford Escort) und Hans-Christian Jürgensen (BMW M1 Procar) schrieben als erste Klassensieger Geschichte. Erster Meister wurde Bergass Claus Dupré mit seinem Audi Coupé. In ihrem zweiten Jahr hatte sich die Spezial Tourenwagen Tropyh endgültig etabliert. Die Starterfelder waren nun so groß, dass zwei getrennte Rennen ausgetragen werden konnten. In der großen Division rannten die Big Banger wie der ex-Stuck BMW M1 Turbo, Porsche 935 K3 oder Chevrolet Corvette. Dazu kamen die schnellen 2-Liter Fahrzeuge, die vielen Fans noch aus der Gruppe 5 der Deutschen Rennsport Meisterschaft bekannt waren. In der Division 2 traten die Fahrzeuge bis 1600 bzw. 1300 ccm an. Hier kämpften pfeilschnelle VW Golf, VW Scirocco gegen VW Polo oder Simca Rallye 3. In den kommenden Jahren wuchs das Teilnehmerfeld stetig an. Als die Spezial Tourenwagen Trophy im Rahmen des 24h-Rennens mit beiden Division gemeinsam auf der Nordschleife startete, zählte die Serie weit über 100 Fahrzeuge.
 
In den 90er kamen neue Boliden hinzu. Die Piloten der ersten Stunde wurden durch eine neue Generation abgelöst. Nun drückten Richard Hamann im BMW M1, Olaf Manthey im Audi 200 oder Erhard Günter im Zakspeed Capri der Serie ihren Stempel auf. Doch mitten in der Hochphase zogen dunkle Wolken auf. Die Starterzahlen gingen mehr und mehr zurück. Anfangs reagierte Serienorganisator Udo Lohmann noch mit einer Durchmischung der Klassen. Die großen Fahrzeuge fuhren nun mit 1600er, während die 2-Liter Fahrzeuge mit den 1300er zusammengelegt wurden. Doch das half alles nur bedingt. Spätestens 1996 waren die beiden Divisionen Geschichte und die Klassen rannten nun gemeinsam in einem Starterfeld. Zuvor war es noch zum Super-Gau gekommen. Zehn Jahre nach ihrer Gründung schien die Geschichte der Spezial Tourenwagen Trophy schon wieder zu Ende zu sein. Mit der Absage der Serie wollten sich die Teilnehmer aber nicht abfinden. Kurzerhand setzten sich die Teilnehmer zusammen und retteten die Serie vor ihrem Aus. Einer davon war Rolf Krepschik, der seit 2001 alleine die Fäden der Serie zieht. Der mehrmalige STT Meister brachte die Serie wieder in ruhigere Gewässer.
 
Mit den 2000er Jahren hielten immer stärker „fertige“ Rennfahrzeuge Einzug in die Serie. Zunächst waren es vor allem Cup-Porsche, später vor kamen vor allem die GT3 Boliden dazu. Die bestimmten mittlerweile das Geschehen an der Spitze der Serie. Dazu bilden GT4- und TCR-Fahrzeuge mittlerweile das weitere Feld der Serie. Nicht jedem Fan der ersten Stunde schmeckt es, dass immer mehr Fahrzeuge von der „Stange“ in der Serie antreten. Trotzdem ist die Serie immer noch Spezial – denn die Fahrzeuge werden durch keine BOP eingebremst. Dazu haben aber auch noch Eigenbauten und Exoten in der STT eine Heimat. Der Pumaxs RT von Henk Thuis oder der seltene Donkervoort D8R von Johannes Kreuer sind nur zwei dieser besonderen Exemplare.
In diesem Jahr feierte die Spezial Tourenwagen Trophy ihren 40. Geburtstag, Anfang Mai startet die 41. Saison auf dem Hockenheimring. Keine Rennserie startet in Deutschland so lange unter dem gleichen Namen wie die STT. Und die Geschichte wird 2026 weiter fortgeschrieben.

01.-03.05.2026 ADAC Racing Weekend Hockenheim (D)
29.-31.05.2026 ADAC Racing Weekend Oschersleben (D)
26.-28.06.2026 ADAC Racing Weekend Nürburgring (D)
10.-12.07.2026 ADAC Racing Weekend Red Bull Ring (A)
28.-30.08.2026 ADAC Racing Weekend Spa-Francorchamps (B)
16.-18.10.2026 ADAC Racing Weekend Nürburgring (D)

 

Spezial Tourenwagen Trophy

1. Kenneth Heyer 293,50 Punkte
2. Stefan Wieninger 283,00 Punkte
3. Roger Vögeli 259,50 Punkte
4. "Hammer Down Amigo/Crossley-Wright 246,25 Punkte
5. Roland Hertner 233,25 Punkte